Kanusportverein 1928 Flöha e.V.


Eigentlich sollte er am 30.04.2011 freigegeben werden für den öffentlichen Übergang, der Bediensteg der Wehranlage Plaue. Und keinen ärgert der andauernde Terminverzug mehr als Vereinschef Christian Rößler.
Der Vorsitzende des KSV 1928 Flöha, aber auch andere Vereinsmitglieder sind die Ersten, welche auf die berechtigten Vorwürfe und Fragen der Plauer Bürger Rede und Antwort stehen müssen. Schließlich hatten viele Anwohner das Vorhaben mit einer Geldspende unterstützt.
Durch den Spendenaufruf des Vereins waren der Wehrzugang, mit Treppe und Geländer, sowie die Einfriedung des Zugangsbereiches, incl. Tor und Schließanlage, an der Uferstraße finanziert worden. Nach wie vor unterstützten die Flöhaer Kanuten das Vorhaben und drängen auf die Verwirklichung des lang gehegten Wunsches zum Übergang über die denkmalsgeschützte Staustufe. So wurden im Spätherbst 2010 die auf Grund von beh&puml;rdlichen Forderungen durch eine Flöhaer Schlosserfirma angefertigten Geländerabschnitte, in der KSV Bootswerkstatt mit einer Grund- und Decklackierung versehen. ( Foto unten - KSV Kanuten transportierten die Geländerabschnitte, welche einen zusätzlichen Schutz der beweglichen Bauteile an den Getriebekästen der Wehrklappen bieten, auf den Bediensteg. )

Hans Schlecht, Eigentümer der Anlagen, betonte letztlich auf einem vom KSV Vorstand anberaumten Treffen Mitte April diesen Jahres "das Versprechen soll gehalten werden". Er bat um Verständnis, dass seine schwere Krankheit und andauernd neue Sicherheitanforderungen von Seiten der Behörden einer Öffnung des Steges bisher entgegenstanden. Ein geforderter zusätzlicher Schutz vor einem Durchsteigen, bzw. Durchrutschen des Steggeländers sollte vor Ostern angebracht werden.

Zum Ausführungstermin hatte auch der Verein seine Mitarbeit angeboten, leider konnte der Termin von Seiten des Eigentümers nicht eingehalten werden.
Auch wenn der Bediensteg des Stauklappenwehres noch nicht freigegeben werden konnte, sei zu erinnern, dass die Staustufe vor dem Abriß stand und mit der Sanierung der Stauanlage ein Wasserbauwerk erhalten wurde, welches einzigartig in Sachsen und Deutschland ist.

Zur Wiederherstellung des Gesamtbildes der Anlage haben nicht nur Investor Hans Schlecht und die Fördermittel auf Antrag des Kanusportvereins, sondern auch jeder Bürger der Stadt, sei es durch Spende oder anderweitige Zuwendungen, beigetragen.

 Artikel vom 20. Mai 2011

Anstau dennoch erst Ende des Jahres möglich - Investor zufrieden

Die Arbeiten am Plauer Wehr gehen in die letzte Runde. Die vor etwa einem Jahr begonnene Sanierung der denkmalgeschützten Stauvorrichtung biegt auf die Zielgerade ein. Laut Bauherr Hans Schlecht, der zudem eine Wasserkraftanlage an der Zschopau errichtet, müssen lediglich das Geländer für den Fußgängerüberweg und die Ausgleichsgewichte für den Stauklappenmechanismus noch montiert werden. "Ich hoffe, dass wir damit in 14 Tagen fertig sind", so der Investor aus Bayern.
Das imposante, in der Region einmalige und mehr als 80 Jahre alte Bauwerk bietet wieder einen prächtigen Anblick. Davon überzeugten sich jetzt auch 40 Wanderer aus Grünberg, die als erste das Wehr überqueren durften. Schlecht führte die Gruppe über die Baustelle, erläuterte die Funktionsweise von Kraftwerk und Stauvorrichtung, informierte über den Stand der Arbeiten und die Geschichte des technischen Denkmals.
"Die Besichtigung war der Höhepunkt unserer Wanderung", zeigt sich Klaus Meister noch immer begeistert. "Eine interessante, großartige Anlage", so der Grünberger Ortschronist, der die Familienwanderung organisiert hatte.
Am kommenden Wochenende soll der Aufzugsmechanismus - einige Getriebeteile waren so stark beschädigt, dass sie komplett erneuert werden mussten - einem ersten Probelauf unterzogen werden. "Das ist allerdings nur ein 'Trockentest', denn ein Anstauen des Wehrteiches ist erst möglich, wenn die Talsperrenverwaltung mit den Hochwasserschutzmaßnahmen oberhalb des Wehrs fertig ist", erlätert Schlecht. Die beim Bau des mehrere hundert Meter lange Damms eingesetzte Technick würde sonst "absuafen". Sechs bis acht Wochen, schätzt der Investor, werden noch ins Land gehen, bis die Stauklappen geschlossen werden können.
Genauso lange wird es auch dauern, bis die Wasserkraftanlage des Unternehmers aus dem bayerischen Kollnburg ans städtische Netz kann. Denn ohne Wehrteich gibt es kein Wasser für die Turbine, die Strom für 300 bis 400 Flöhaer Haushalte erzeugen soll.
Der 55-Jährige nimmt die erneute Verzögerung gelassen. Nach witterungsbedingten Unterbrechungen und einigen "kleinen technischen Problemen" liege er mit seinem 1,8-Millionen-Projekt ja bereits rund acht Monate hinter dem Plan zurück. "Klar sind durch den Bauverzug zusätzliche Kosten entstanden. Aber alles ist im grünen Bereich. Und die Hochwasserschutzmaßnahmen sind wichtig."
Das trifft auch für Schlechts Baustelle zu, wo gestern damit begonnen wurde, die Hochwasserschutzmauer wieder zu schließen. In zwei Wochen soll der Trafo für die Wasserkraftanlage geliefert werden. Dann beginne eine Spezialfirma mit dem Einbau der Schaltschränke, Steuerung und Computertechnik ins Turbinenhaus. Schlecht: "Ich hoffe, dass wir Anfang 2009 Strom produzieren können."

 Freie Presse vom 24. September 2008

Auch wenn manchem Betrachter die Baufortschritte bei der Sanierung des Stauklappenwehres in Plaue als ungenügend erscheinen, so geht es dennoch voran im ersten Bauabschnitt. Vorallem von Seiten des Kanusportvereins wurde immer wieder betont, dass das Sanierungsziel auf alle Fälle erreicht wird und es auf zwei bis drei Monate längere Bauzeit nicht ankomme, denn es hätte sich Jahrzehnte zuvor nichts zur Erhaltung des Technischen Baudenkmals getan! Im Gegenteil hatte man mit dem Verlust der Staustufe schon fast gerechnet und dies mit allen Konsequenzen, auch für den Verein.

Gegenwärtig erfolgt nach Instandsetzung des Mühlgrabeneinlassschützes, sowie der Betonsanierung der ersten Wehrpfeiler, die Instandsetzung des Bediensteges.
Die ersten neuen Wehrklappen und Gegengewichte sind in der Fertigung. Anfang April soll die Montage der linken Wehrklappe erfolgen, mit nachfolgendem Umbau des Fangdammes. Damit wird der Wasserabfluß erstmals über die sanierte Seite des Wehrs und die noch nicht in Betrieb gegangene Wasserkraftanlage erfolgen.

Mit einer Fertigstellung der Pfeiler und Klappensanierung, incl. Einbau der entsprechenden Schütze und Klappenmechanik soll, so die ausführende Wasserbaufirma, Ende Mai / Anfang Juni zu rechnen sein. So könnte vor Beginn der Ferienzeit der erste Neuanstau des Wehrteiches erfolgen.

Eine Freigabe des Bediensteges wird vorbereitet! Gegenwärtig läuft eine Spendenaktion der Plauer und Flöhaer Bürger an, um den Traum vieler Einwohner zu erfüllen, welcher schon 1923 hätte Wirklichkeit werden können. Damals hatte Fabrikbesitzer Clauss der Gemeinde ein Angebot gemacht.....!
Für die zusätzlichen Baukosten von ca. 20.000,- € , will man den Bauherrn Hans Schlecht bei der Finanzierung unter die Arme greifen.

Erste Spenden sind unter dem Verwendungszweck Wehrübergang, beim Kanusportverein Flöha e.V. ( Konto 3605000028, BLZ 87052000, Sparkasse Freiberg ) eingegangen.

gez. Rößler
i.A. Vorstand KSV Flöha

Wehr bei der Restaurierung

 Freie Presse vom 12. März 2008

120-Tonnen-Kran leistet an Stauvorrichtung in Plaue Millimeterarbeit

Tonnenschwere Millimeterarbeit ist diese Woche am Plauer Wehr in Flöha geleistet worden. Mit einem 120-Tonnen-Spezialkran wurde das erste von drei Gegengewichten aus der sanierungsbedürftigen Stauvorrichtung heraus gehoben und gleichzeitig gewogen. Alle drei der jeweils 12,5 Meter langen Stahlbetonblöcke müssen durch neue ersetzt werden.
"Um diese drei neuen Teile fachgerecht herstellen zu können, wird deren exaktes Gewicht benötigt. Denn das komplexe Stausystem funktioniert nur, wenn das Gleichgewicht gewahrt wird", erläutert Investor Hans Schlecht, der an der Zschopau ein Wasserkraftwerk baut und das denkmalgeschützte Stauklappenwehr im gleichen Atemzug saniert.
Nachdem die Wehrstraße halbseitig gesperrt wurde, brachten die Mitarbeiter der Chemnitzer Firma vor zahlreichen Schaulustigen das gewaltige Mehrachsenfahrzeug in Position. Rund 30 Minunten später legten die Bauleute dem riesigen Klotz aus Stahl und Beton eine Zugkette um. Klaus Müller im Cockpit ruckte erstmals mit dem mächtigen Ausleger an, doch nichts bewegte sich. Vielmehr bestand die Gefahr, dass die bisher nur im Mittelbereich des Balkens angebrachten Stahlketten den Träger beschädigen, ja womöglich zu seinem Bruch führen könnten. Mit einem anderen aus vier Auflagepunkten bestehenden Hebeseil startete der Trupp dann einen weiteren Versuch.
In Geduldsarbeit ließ der Kranführer wieder den Motor anlaufen. Plötzlich begann das massige Betonteil in die Höhe zu schweben. Reichlich 13 Tonnen, das zeigte der Bordcomputer im Führerhaus an, hatte der Kran nun am Haken. Vorsichtig wurde das Teil neben dem Wehr abgesetzt. Nach diesem ersten Kraftakt stehen die Spezialisten nun vor der Aufgabe, einen geeigneten Kran zu finden, der vom gegenüberliegenden Ufer aus die beiden anderen Gegengewichte ausheben kann. "Mit dem 120-Tonnen-Gefährt ist das durch die gegebene Auslage nicht möglich", staunte nicht nur Schlecht, über welch technische Möglichkeiten die Erbauer des Wehrs verfügt haben müssen, die seinerzeit noch keine solch massiven Kranfahrzeuge einsetzen konnten.(HY)

 Freie Presse vom 06. Oktober 2007

Wasserkraft-Investor trotz vierwöchiger Bauunterbrechung "im Plan" - Arbeiten am Wehr

Von Holk Dohle
Hans Schlecht kann anscheinend nichts aus der Ruhe bringen. Die einmonatige Witterungs bedingte Bauunterbrechung nach dem Dauerregen im Juli und August, treibt dem Unternehmer aus Bayern, der in Flöha ein Wasserkraftwerk an der Zschopau errichtet und im gleichen Atemzug das Plauer Wehr saniert, keinen Angstschweiß auf die Stirn. Die noch ausstehende Baugenehmigung für eine Fischtreppe ebenfalls nicht. Selbst nach nächtlichen Randalen auf der Baustelle macht Schlecht gute Miene zum bösen Spiel.
Vier Wochen stand die schwere Technik still. "Bis zu 80 Kubikmeter Wasser strömten zu Spitzenzeiten über das Wehr, da konnte man nichts machen. Jetzt sind es wieder 7 bis 8", ist der Investor froh, dass es mit dem 1,5-Millionen-Euro-Projekt endlich weiter geht. Trotz der Unterbrechung liege er dennoch "im Plan":"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bis zum Jahresende fertig werden. Wenn nicht, soll mich der Teufel holen."
Kommende Woche sollen ober- und unterhalb der Wehrstufe zwei neue Fangdämme angelegt werden, um das Wasser umzuleiten und Baufreiheit zu schaffen. Im Turbinenhaus, aus dem Strom für 300 bis 400 Haushalte in das städtische Netz eingespeist werden soll, geben sich nun die Fliesenleger die Klinke in die Hand. Turbine, Generator und Getriebe sind bereits eingebaut, lediglich die Installation der Elektronik stehe noch aus.


Bürokatische Hürden für Fischaufstieg

Im Außenbreich des 5 Meter breiten, 4 Meter hohen und 12 Meter langen Kraftwerks, dass in einer 10 Meter tiefen Baugrube steht, soll als nächstes zwischen Wehr und Wassereinlass eine Aufstiegshilfe für Fische errichtet werden. "Die Genehmigung müsste jeden Tag kommen. Der Antrag ging schon über etlich Schreibtische, nun fehlt nur noch die letzte Unterschrift aus Dresden", verweist Schlecht auf die bürokratischen Fischtreppen-Hürden.
Die rund 400.000 Euro teuren Sanierungsarbeiten am denkmalgeschüchsten Wehr werden ebenfalls fortgesetzt. Mit einem Spezialkran wird am Montagnachmittag das erste der drei Stauklappengegengewichte herausgehoben. "Alle drei 12,5 Meter langen und jeweils rund 15 Tonnen schweren Gewichte müssen genau gewogen und durch neue ersetzt werden", beschreibt der Bayer den Kraftakt.
Vermutlich überschüssige Kräfte hatten Jugendliche nach einer der letzten Sausen im Erdmannsdorfer Bad, als sie auf dem Heimweg nach Flöha an der Baustelle Zäne und Absperrgitter beschädigten und dabei einen Schaden von rund 600 Euro anrichteten. "Die Polizei hat die Täter ermittelt. Einer war schon bei mir und hat sich entschuldigt. Ich verzichte auf eine Anzeige, stattdessen verrichten die Jungs einen Arbeitseinsatz auf dem Gelände. Das ist besser, glaube ich", meint der 54-jährige Familienvater.


 Freie Presse vom 28. September 2007

Von Knut Berger
Der aufgebaute Kran steht seit Tagen still. Auf der Baustelle des Wasserkraftwerkes am Zschopauwehr dreht sich kein Rad. Nur das Wasser fließt in großen mengen lautstark vorbei.
Für Investor Hans Schlecht gibt es dennoch keinen Grund, die Ruhe zu verlieren. "Im ersten Bauabschnitt wurden die Tiefbau- und Betonarbeiten komplett erledigt. Anschließend benötigte der eingebrachte Baustoff einige Zeit, um abzubinden", ist von Schlecht zu erfahren. Weil danach der Wasserspiegel erheblich stieg, konnten die Arbeiten nicht fortgesetzt werden. "Einen Schaden hat der Rohbau aber nicht genommen. Vielmehr hat uns der erhöhte Wasserstrom gezeigt, dass alles stabil und vorallem dicht errichtet worden ist" meint der Unternehmer. Im Moment fließen pro Sekunde bis zu 20 Kubimeter Wasser über das Wehr. Zuviel, um die Bauarbeiten fortzuführen. Dennoch ist der Mann aus dem bayerischen Wald zuversichtlich, dass nächste Woche wieder Leben auf dem Terrain einzieht. "Die bereits gelieferte Technik soll dann eingebaut und bestimmte Abschnitte gefliest werden. Auch mechanische Vorrichtungen wie Feinrechen sind zu montieren", betont Schlecht. Um die ökologische Duchgängigkeit zu gewährleisten, erfolgt zudem der Bau einer Fischtreppe und eines speziellen Aalabstiegs.
"Der Aal bewegt sich vorwiegend am Boden des Flusses entlang und kann dadurch einen herkömmliche Fischtreppe nicht überwinden. Um auch dem schlangenförmigen Fisch gerecht zu werden, ist die Errichtung dieser zusätzlichen Anlage vorgesehen", sagt der künftige Kraftwerksbetreiber. Die Auftragsvergabe dazu erfolgt in den kommenden Tagen. "Durch das Hochwasser habe ich zwar eine Woche verloren, der Zeitplan ist deshalb aber nicht über den Haufen geworfen", stellt der Investor klar. Noch in diesem Jahr soll das Kraftwerk ans Netz gehen.
Nach der Klärung der Formalitäten und dem Eingang des Fördermittelbescheides erhielt Anfang des Monats eine Spezialwasserbaufirma aus Berga den Zuschlag, das Wehr zu sanieren. Sie sei bereits vor Ort, aber auch hier verhinderte der Wasserstand im Moment die Arbeit. "Wenn es die Bedingungen zulassen, erfolge sofort der ersten Spatenstich. Das Unternehmen kann auf entsprechende Referenzen verweisen", zeigt sich Schlecht zufrieden, dass die Wahl auf den Thüringer Betrieb fiel. Ohnehin würden nur Firmen aus dem Osten an dem ganzen Unterfangen beteiligt.

 Freie Presse vom 21. August 2007

Von Holk Dohle
Im Moment bietet das Zschopauwehr in Flöha-Plaue noch einen jämmerlichen Anblick. Doch das soll sich bald ändern. Nach jahrelangem Hin und Her liegen jetzt Fördermittelzusagen in Höhe von rund 100.000 Euro für die Sanierung der denkmalgeschützten Stauvorrichtung vor. Vergangene Woche begann die bundesweite Ausschreibung der Arbeiten, am 12. August soll Baubeginn sein. Im Oktober soll das mehr als 80 Jahre alte Plauer Wehr wieder voll funktionstüchtig in neuem Glanz erstrahlen.
Zur Finanzierung tragen zudem der Landkreis, die Stadt und der Kanusportverein Flöha mit Eigenmitteln beziehungsweise -leistungen bei. Den Rest der Kosten für die laut einem Gutachten rund 400.000 Euro teure Sanierung muss Investor Hans Schlecht stemmen, der am Wehr für rund 1,5 Millionen Euro eine Wasserkraftanlage errichtet.
Dass es "nun endlich losgeht" und der Zeitplan bei den Arbeiten am Wehr eingehalten wird, ist auch im Interesse des Unternehmers aus Bayern. "Denn erst, wenn das Wehr wieder funktioniert, kann die Wasserkraftanlage in Betrieb gehen", sagt der 54-Jährige. Der Strom "aus" der Zschopau soll in das städtische Netz eingespeist werden und 300 bis 400 Haushalte versorgen.
Schlechts Wasserkraftwerk hat seit dem Baubeginn Anfang des Jahres längst konkrete Züge angenommen. Im 5 Meter breiten, 4 Meter hohen und 12 Meter langen Turbinenhaus, das in einer 10 Meter tiefen Baugrube steht, sowie in den Mauern der Zu- und Ableitung wurden bisher 1.150 Kubikmeter Beton verbaut. "Die Turbine, de Generator und das Getriebe sind bereits installiert, als nächstes sind der Trafo, die Schaltanlagen und die Hydraulik sowie im Außenbereich die Fischtreppe an der Reihe", erläutert der Investor.

 Freie Presse vom 13. Juni 2007

Von Holk Dohle
Bauherr Hans Schlecht und die Mitlgieder des Kanusportvereins Flöha atmen auf. Nach dem Überwinden vieler bürokratischen Hürden und zäher Vorbereitungszeit ist nun der Startschuss für den Bau der Wasserkraftanlage an der Zschopau und damit für die Sanierung der denkmalgeschützten Staustufe in Flöha gefallen. Nachdem der Investor aus Bayern per Grundbucheintrag nun rechtmäßiger Eigentümer der Wehranlage und der angrenzenden teilweise neu vermessenen Grundstücke ist, steht dem Projekt jetzt nichts mehr im Wege.
"Ich bin froh, dass es nun endlich losgeht. Jetzt kann alles nach Plan laufen", sagte Schlecht.
Die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Wasserkraftanlage sind bereits in der zweiten Januarwoche erfolgt. Nach kurzer witterunsgbedingter Unterbrechung wurde am Mittwoch mit den Bohrungen für die so genannte Bohrpfahlwand begonnen.
"Nach deren Fertigstellung soll umgehend die Baulücke in der Hochwasserschutzmauer geschlossen werden", betonte Hans Schlecht, der täglich die Pegelstände der Zschopau kontrolliert. "Für den Notfall eines Hochwassers stehen mobile Wände zum Verschluss der baubedingten Lücke in der Ufermauer bereit."
Mit 1,5 Millionen Euro beziffert der Bayer die Kosten für den Bau der Anlage, die im Juni fertig sein soll. Der Strom soll in das städtische Netz eingespeist und 300 bis 400 Haushalte versorgen. "Von dem Kraftwerk wird bis auf das Betriebshäuschen nichts zu sehen sein. Die 1,60 Meter große Turbine arbeitet in einem Schacht. Der Wassereinlauf befindet sich zwischen Wehr und Mühlgraben, nach 20 Metern gelangt das Wasser wieder zurück in den Fluss", beschreibt Schlecht die Anlage, die, flussaufwärts gesehen, auf der rechten Seite des Wehrs entsteht.
Zeitgleich läuft die Vorbereitung für das zweite Projekt an der Zschopau, der Sanierung des historischen Stauklappenwehrs. Die Planung der Sanierunsgarbeiten übernimmt das Ingenieurbüro Klamra und Trinks aus Chemnitz.
"Nach einer Stauabsenkung im Januar erfolgte eine weitere detaillierte Bauwerksuntersuchung, um genaue Kenntnisse vom gegenwätigen Zustand des Wehrs zu erhalten. Wir haben die Stauklappen per Hand geöffnet. Das war ein ganz ordentlicher Kraftakt, aber der Mechanismus funktioniert noch", berichtet Christian Rößler, der Vorsitzende des Kanusportvereins.
Die Daten bilden die Grundlage für die gegenwärtig laufende Ausschreibungsvorbereitung. Vor allem regionale Firmen sollen bei den voraussichtlich Mitte April beginnden Arbeiten eine Chance erhalten. Für die Kosten, die laut einem Gutachten bei rund 400.000 Euro liegen, wurden Fördermittel aus dem Denkmalschutz und der Sportförderung beantragt. Einen Teil übernimmt der Investor aus Bayern.

 Freie Presse vom 01.02.2007

Grünes Licht für Investoren - Im Sommer sollen Sanierung des Plauer Wehrs und der Bau der Wasserkraftanlage abgeschlossen sein - Erste Bohrung im Januar



Von Holk Dohle
Nun soll es endlich losgehen. Nachdem die Eigentumsverhältnisse nach langem Hin und Her geklärt, die Vermessungsarbeiten erledigt sind und zu guter Letzt auch noch an den Aal gedacht wurde, will Investor Hans Schlecht mit fast zweijähriger Verspätung mit der Sanierung des Plauer Wehrs und dem Bau einer Wasserkraftanlage an der Zschopau beginnen. Im Sommer sollen beide Maßnahmen abgeschlossen sein.
Hans Schlecht atmet auf. Vergangene Woche erhielt er mehr als zwei Jahre nach seinem ersten Behördengang die Baugenehmigung für eine Wasserkraftanlage am Wehr in Flöha-Plaue. Ursprünglich wollte der Investor aus Bayern bereits im Frühjahr 2005 mit den Arbeiten beginnen. Seitdem ist nicht nur viel Wasser die Zschopau hinunter geflossen, sondern auch jede Menge Papier voll geschrieben worden.
Zunächst musste das Areal, auf dem das Wehr steht, aus dem Flurgrundstück ausgegliedert und ein eigenständiges Grundstück gebildet werden.Nur so konnte Schlecht rechtmäßiger Eigentümer des Geländes werden. Dafür war die Zustimmung aller 37 Anlieger erforderlich. Nachdem dieser Kraftakt und einige andere bürokratische Hürden gemeistert waren, ging es mit der Vermessungsarbeit weiter. " Es gab für dieses Gebiet keinen aktuellen Vermessungsstand. Das ist jetzt erledigt.", berichtet der Investor. Im Schlussspurt des Genehmigungsverfahren musste zusätzlich zur von Anfang an vorgesehenen Fischtreppe ein so genannter Aalabstieg nachträglich in den Bauplan aufgenommen werden. "Das hat auch noch einmal Zeit gekostet. Dafür ist jetzt eine absolute ökologische Durchlässigkeit gewährleistet", betont der Bayer.

Ans Aufgeben gedacht

Klar habe er manchmal schon gedacht, "das wird nichts mehr", blickt der 53-Jährige auf den monatelangen Müßiggang zurück. "In dieser Zeit habe ich viel mitgemacht, aber auch einen Menge dazu gelernt. Auf die Leute vor Ort, allen voran der Vorsitzende des Kanusportvereins, Christian Rößler, war Verlass", unterstreicht Schlecht, der in diesem Jahr " mindestens 30- bis 40 mal" von seinem Heimatort Kollnburg ins 330 Kilometer entfernte Flöha gekommen war.
Im Januar soll nun mit den ersten Bohrungen für die Wasserkraftanlage begonnen werden. "Allerdings ist die Firma aus Chemnitz mit ihren Bohrgeräten im Moment noch an der Schweizer Grenze im Einsatz. Dort soll es Probleme geben. Ich hoffe nicht, dass das länger dauert", sagt der Bauherr. "Je nachdem wie es die Witterung zulässt, geht es dann mit den Arbeiten weiter. Ende Mai, Anfang Juni soll die Anlage stehen."
"Von dem Kraftwerk wird bis auf das Betriebshäuschen nichts zu sehen sein. Die 1,60 Meter große Turbine arbeitet in einem Schacht. Der Wassereinlauf befindet sich zwischen Wehr und Mühlgraben, nach 20 Metern gelangt das Wasser zurück in den Fluss". beschreibt Schlecht die rund 1,5 Millionen Euro teure Anlage, die, flussaufwärts gesehen, auf der rechten Seite des Wehrs entstehen soll. Der aus der Zschopau gewonne Strom soll in das städtische Netz eingespeist werden und 300 bis 400 Haushalte versorgen können.
Parallel zum Bau des Wasserkraftwerks erfolgt als eigenständiges Projekt die Sanierung des Wehrs. Nach dem Frührjahrhochwasser Anfang April soll damit begonnen werden. Die Bauzeit wird nach Angaben des Chemnitzer Planungsbüros mindestens drei Monate betragen. Für die Sanierungskosten, die laut einem Gutachten rund 400.000 Euro betragen, wurden Fördermittel aus dem Denkmalschutz und der Sportförderung beantragt. Einen Teil übernimmt der Investor aus Bayern.
"Ich bin glücklich, dass es endlich losgehen soll, glaube es aber erst, wenn die ersten Bagger dastehen", ist Christian Rößler noch etwas skeptisch. Kein Wunder, schließlich wurde der Chef des Flöhaer Kanusportvereins in seinem jahrelangen Kampf um den Erhalt der in Sachsen einmaligen Wehranlage oft vertröstet und musste immer wieder Rückschläge hinnehmen. Doch nun scheinen alle bürokratischen Hürden überwunden.

 Freie Presse vom 12.12.2006

Stadträte stimmen dem Verkauf mit Auflagen zu

Flöha. Für rund 1,2 Millionen Euro will Hans Schlecht das beschädigte Wehr sanieren und eine Wasserkraftanlage an der Zschopau errichten. Vorraussetzung dafür, dass der Unternehmer aus Bayern in Flöha investiert, ist die Klärung der Eigentumsproblematik in Plaue. Die Stauanlage muss aus dem jetztigen Flurgrundstück herausgegliedert werden und ein eigenständiges Grundstück bilden. Dafür ist die Zustimmung von allen Anliegern und damit Miteigentümern des Flussgrundstücks erforderlich.

Der Stadtrat machte am Donnerstagabend den Anfang und beschloss, die Wehranlage zu verkaufen. Einstimmig entschieden die Abgeordneten, Flächen im Ober- und Unterlauf und das Wehr selbst zum symbolischem Preis von einem Euro an Hans Schlecht zu verkaufen. Sowohl Verkehrs- als auch Sachwert der Anlage werden laut Wertgutachten aufgrund des hohen Sanierungsbedarfes mit einem Minus angegeben. Der Verkehrswert liegt bei minus 547.000 Euro, der Sachwert bei minus 83.000 Euro. Im Kaufvertrag soll verankert werden, dass der neue Eigentümer eine Bauverpflichtung für die nächsten vier Jahre hat. Außerdem wird die Mehrerlösklausel vereinbart. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Schlecht mit dem Weiterverkauf einen Gewinn erzielt. Die Kosten für das Verfahren hat der Käufer zu tragen. Außerdem wurde vermerkt, dass die Stadtverwaltung jetzt mit allen Anliegern spricht, damit diese dem Kaufvertrag zustimmen. "Wir haben schon mit einigen gesprochen und viele sehen dies positiv", erklärte Oberbrgermeister Friedrich Schlosser (CDU).

Der 51-jährige Unternehmer aus Reichsdorf bei Straubing würde "am liebsten schon im Frühjahr" mit der Sanierung und dem Bau der Anlage beginnen. Auf dem nach der Instandsetzung voll funktionstüchtigen Wehr soll ein Fußgänger überweg entstehen. "Von dem Kraftwerk wird bis auf das Betriebshäuschen nichts zu sehen sein. Die 1,60 Meter große Turbine arbeitet in einem Schacht. Der Wassereinlauf befindet sich zwischen Wehr und Mühlgraben,nach 20 Metern gelangt das Wasser zurück in den Fluss", beschreibt Schlecht die Anlage. Der Strom soll in das städtische Netz eingespeist werden und 300 bis 400 Haushalte versorgen können. (mit HD)

von Bettina Junge

Freie Presse vom 26./27.Februar 2005

Unternehmer will Wehr sanieren und Wasserkraftanlage errichten - Bedingung: Klärung der Eigentumsproblematik



Von Holk Dohle
In der Stadtverwaltung Flöha soll ein weiterer Schritt unternommen werden, um die sich am Zschopau-Wehr in Plaue angestauten Probleme zu lösen. Es gibt einen neuen Interessenten, der an dem Wehr eine Wasserkraftanlage errichten will. Eine rechtliche Vorraussetzung dafür ist, dass die Stauanlage aus dem jetzigen Flurgrundstück heraus gegliedert wird und ein eigenständiges Grundstück bildet. Dem müssten aber alle Mitglieder der Anliegergemeinschaft des Flurgrundstückes zustimmen. Aus diesem Grund hat Flöhas Oberbürgermeister Friedrich Schlosser (CDU) alle Anlieger für den 25. Januar zu einer Gesprühsrunde eingeladen.

"Nach wie vor ist die Zukunft des Stauwehrs ungeklärt. Es wird an einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung gearbeitet. Ziel ist die Inbetriebnahme beziehungsweise Instandsetzung des Wehres", schreibt Schlosser in der Einladung an die Anlieger und damit auch Miteigentümer dreier Flurstücke in Plaue, die das Flussbett der Zschopau bilden.
"Bei den Anliegern handelt es sich um eine Gesamthandelsgemeinschaft. Das heißt, dass alle Miteigentümer nur gemeinsam handeln können. Die große Anzahl von Miteigentümern verhindert ein flexibles und kurzfristiges Agieren und Reagieren bei Bau- oder Hochwasserschutzmaßnahmen", so das Stadtoberhaupt, das die Eigentumsproblematik vom Tisch haben will, damit das neu gebildete Stauwehrgrundstück veräußrt werden kann.
Ein Käufer ist vorhanden: Hans Schlecht, ein Unternehmer aus Reichsdorf bei Straubing. "Ich will das Wehr wieder instand setzen und eine Wasserkraftanlage errichten", sagte Schlecht der "Freien Presse". "Mit den Reparaturen würde ich am liebsten so schnell wie möglich beginnen, damit am Wehr nicht noch mehr kaputt geht. Doch zuvor müssen die Eigentumsverhältnisse geklär;t sein. Erst dann kann ich die Verantwortung übernehmen, investieren, mit der Planung und der Auftragsvergabe beginnen", erläutert der 51-Jährige, für den die Anlage in Plaue "eine Augenweide ist - ein sehr seltens Wehr, das unbedingt erhalten werden muss".
"Ein bis zwei Jahre" plant Schlecht für den Bau der Wasswerkraftnanlage ein, wobei vorrangig "Vorhandenes genutzt und nur wenig neu gebaut" werden soll. Gute Erfahrung in Sachen Wasserkraft habe er bereits mit einem ähnlichen Projekt an der Weißen Elster gemacht, so der gelernte Landwirt und Fleischkontrolleur, der im vergangen Jahr die Grundstücke am Mühlgraben und an der Wehranlage in Plaue von
der Wasserkraftwerke Ost-West Kurth GmbH erwarb.
Das Göttinger Unternehmen hatte die reparaturbedürftige Wehranlage 1992 von der Treuhand gekauft, um an dieser Stelle eine Wasserkraftanlage zu errichten. Doch Paul Kurths Pläne entpuppten sich als Luftnummer. Seitdem staute die über 80 Jahre alte Anlage nicht nur Wasser, sondern auch einige Probleme. Im Mai 2001 brach der Freifluter der Vorrichtung. Aufgrund des Lecks sammelte sich im Wehrteich, auf dem der Kanusportverein 1928 Flöha zu Hause ist, aber nicht mehr so viel Wasser wie bisher, was den Trainings- und Wettkampfbetrieb der Kanuten einschränkte. Eine behördliche Anordnung, nach der die Kurth GmbH zur Instandhaltungs- und Sicherungsplficht gezwungen werden sollte, brachte nichts.
Für Sofortmaßnahmen an dem unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk fehlten - abgesehen von einer Notreparatur des Freifluters - die Befugnis und das Geld. und am Wehr nagte weiter der Zahn der Zeit. Nach der Jahrhundertflut im August 2002 geriet die Stauanlage erneut in die Schlagzeilen. "Dass durch das Wehr die Wassermassen Plaue mehr überfluteten, ist Unsinn. Ohne Wehr hätte es Flöha noch schlimemr erwischt", sagt Christian Rößer.
Der Vorsitzende des Kanusportvereins kämpft seit Jahren für den Erhalt und die Sanierung der Stauvorrichtung. Er ließ zum Beispiel ein Gutachten erstellen, aus dem hervorging, dass die Grundsubstanz in Ordnung ist und das Bauwerk als sanierungswürdig eingstuft wird. Laut Rößer betragen die Sanierunsgkosten rund 400.000 Euro.
Der Flöhaer ist zuversichtlich, dass die Geschichte nun ein gutes Ende nimmt. Endlich habe man auch in der Statdverwaltung erkannt, welche Bedeutung das Wehr besitzt. Die letzten Zweifler dürften überzeugt worden sein, meint Rößer und betont: "Wenn die Eigentumsproblematik aber nicht bald geklärt wird, ist Schlecht wieder verschwunden."

 Freie Presse vom 15./16.01.2005

Großartige Ingenieurleistung aus dem zweiten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts hält auch Grundwasserspiegel für das ganze umliegende Wohngebiet konstant

von Lothar Schreiter

 

Flöha. Frühere Wehre im Stadtteil Plaue waren von jeher eng mit der Bernsdorfer Mühle verbunden. Wann erstmals ein Wehr das Wasser staute, um ein Mühlrad in Bewegung zu setzen, ist nicht bekannt, noch nicht. Es kann aber als gegeben angenommen werden, dass Zschopauwasser schon bald nach der Besiedelung in einen kleinen Graben geleitet wurde, um ein hölzernes Wasserrad anzutreiben. Sicherlich erbringte sich zu dieser Zeit noch ein Wehr. Einige Steine am Beginn des Mühlgrabens für den Wassereinlauf dürften damals geengt haben. Urkundlich ist dann 1378 bisher eine Mahlmühle "mit einem Mahlgang nachweisbar. Auf einer Landkarte von 1580 stellt Matthias Oeder dann schon zwei Wassermühlen dar; die Mahlmühle an heutiger Stelle und ein wenig unterhalb auf dem gegenüber liegenden Ufer eine Brettmühle. Wir erfahren aber aus dieser Karte noch mehr. Ein Mühlgraben, der mit seiner Lage dem heutigen entspricht, zumindest in seinem Lauf bis zur Mühle. Ab dieser Stelle verlor er sich irgendwie in Richtung Zschopau. Dieser Graben wurde nach 1580 zum Transport für Floßholz bis zur Kohlwiese (Gelände der heutigen Baumwollspinnerei) weitergeführt. Mittels eines starken Rechens wurde am Wehrteich das Holz abgefangen und von den Flößern mittels widerhakenbewärter Stangen aus der Zschopau gefischt und im besagten Graben bis zur Kohlwiese geschwemmt". Danach dürfte zu dieser Zeit bereits ein Wehr vorhanden gewesen sein. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Bernsdorfer Mühle wuchs automatisch auch der Energiebedarf der Mühle, sprich der Wasserverbrauch. Die nun folgenden Wehre wurden ständig verstärkt und erhöht. Immer wieder gibt es Beschreibungen, wenn auch sehr lückenhaft, von deren Zerstörung durch Hochwasser. So wurde das Wehr im Juni 1766 durch ein Hochwasser zerstört und der Lachsfang ist seit geraumer Zeit unbrauchbar geworden". 1862 baut der Mühlenbesitzer Friedrich Wilhelm Winkler an die Stelle des früheren Bockwehres ein steinernes oder massives Wehr. Es wurde nicht rechtwinklig zur Stromrichtung eingebaut, sondern bildete mit der Normalen einen Winkel von etwa 30 Grad". 1882 wird das Wehr als ein massives Sattelwehr beschrieben, auf welchem ein beweglicher 20 bis 25 Zentimeter hoher Brettaufsatz angebracht ist. Im Jahr 1923 wird das heutige Wehr seiner Bestimmung übergeben. Es handelt sich dabei um ein halbautomatisch wirkendes Obergewichts-Stauklappenwehr mit selbsttätiger Regelung. Gewichtsmäßig voreingestellt senken sich bei größerem Wasserdurchfluss die sonst das Wasser zurückhaltenden Stauklappen in die Waagerechte. Das Wasser fließt dann durch das Wehr hindurch. Bei weniger Wasserangebot stellen sich die Klappen wieder in die Vertikale zurück. Damit bleibt innerhalb eines Bereiches bis 1,30 Meter Höhendifferenz am Wehr der Wasserspiegel im Wehrteich auf einer konstanten Höhe. Das Wehr stellt eine großartige Ingenieurleistung aus dem zweiten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts dar. Ein intelligentes Wehr regelt sich über einen großen Bereich der Wasserdurchflussmenge selbst. Und bei entsprechender Wartung kann diese Konstruktion noch lange funktionieren. Ein zusätzlicher Freifluter dient dem Grundablass, kann aber auch zu einer dosierten Langzeit-Wasserabgabe herangezogen werden. Es liegt auf der Hand, zur Erhaltung dieses Wehres alle nur erdenklichen Möglichkeiten auszuschöpfen. So ist es lebenswichtig für den bereits seit 1928 bestehenden, traditionsreichen Kanusportverein Flöha und zugleich ein viel genutzter Freizeitfaktor für Flöha. Ebenso hält es zudem automatisch den Grundwasserspiegel für das ganze umliegende Wohngebiet konstant. Nicht auszudenken, wenn es zu einer Absenkung des Grundwassers in diesem Gebiet käme. Die Häuser ganzer Straßenzüge wären von Rissbildung und Einsturz gefährdet. Nicht zu vergessen ist aber auch die große Bedeutung als ein einzigartiges technisches Denkmal seiner Zeit. Da wir nun einmal mit Denkmälern dieser Art in unserer Stadt nicht gerade gesegnet sind, soll es nicht noch einmal eine "Bilderstürmerei" geben wie mit der Zerschlagung der 3000-PS-Sulzer-Dampfmaschine in der Baumwollspinnerei. Die Aufnahme in die Denkmalliste des Freistaates sollte forciert werden.